Ohne Meinung

Eingestellt am 21. September 2014

Der erste Reim ist nicht romantisch,
erzählt auch nicht vom Liebesspiel,
er dreht syntaktisch und semantisch
sich nicht ums Herz im Dichterstil.

Der zweite Vers ist nicht politisch,
greift keinen Missstand klagend an,
im Inhalt überhaupt nicht kritisch,
schließt er so zahm, wie er begann.

Der Winter fehlt in diesen Zeilen,
der Herbst wird gänzlich ignoriert,
der Lenz soll keine Schwermut heilen,
der Sommer wird nicht diskutiert.

Sogar der Tod wird ausgelassen
ganz konsequent in Strophe vier.
Geburt und Leben lyrisch fassen,
dafür steht dies Gedicht nicht hier.

Auch Engel, Teufel und Konsorten,
die Hölle und das Himmelstor,
sie bleiben in des Dichters Worten,
aus guten Gründen außen vor.

Und fragt der Leser sich im Stillen,
wozu dies Werk, worin der Sinn,
des Reimens um des Reimes Willen,
dann weil ich ohne Meinung bin.

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